Zusammenfassung: Divi hatte lange den Ruf, langsam zu sein — Divi 5 räumt damit auf, weil der komplette Rewrite ohne Shortcodes und mit sauberem CSS-Handling schneller ist. Wer trotzdem schlechte PageSpeed-Werte hat, findet die Ursache fast immer in derselben Reihenfolge: zu große Bilder, extern geladene Google Fonts, fehlendes Caching und zu viele Drittanbieter-Module. Dieser Artikel geht die Hebel in der Reihenfolge ihrer Wirkung durch — inklusive Divis eigener Performance-Optionen. Wir bringen hier unsere Praxis aus Projekten mit ein, die im mobilen PageSpeed 99/100 erreichen.

Zuerst: Woran hängt Ladezeit wirklich?
Google misst Ladeerlebnis über die Core Web Vitals: LCP (wann das größte Element sichtbar ist), CLS (Layout-Sprünge) und INP (Reaktion auf Eingaben). Bei Divi-Seiten sind die typischen Bremsen fast immer dieselben — und selten Divi selbst:
- Unoptimierte Bilder (der mit Abstand häufigste Grund für schlechtes LCP)
- Extern geladene Google Fonts (Render-Blocker plus DSGVO-Problem)
- Fehlendes oder falsch konfiguriertes Caching
- Zu viele Drittanbieter-Module und -Plugins
Arbeite die Liste in dieser Reihenfolge ab — sie ist nach Wirkung sortiert. Und miss vorher und nachher mit Google PageSpeed Insights, damit du siehst, was tatsächlich etwas bringt.

Ein Wort zur Erwartung: Der Score schwankt bei jeder Messung um ein paar Punkte, weil er aus einer simulierten Laborumgebung stammt. Jage deshalb nicht der letzten Zahl hinterher, sondern achte auf die Trends und vor allem auf die konkreten Empfehlungen unter „Diagnose”. Und miss immer im Inkognito-Fenster ohne aktive Plugins/Adblocker — sonst verfälschen Browser-Erweiterungen das Bild.
Hebel 1: Divis eingebaute Performance-Optionen aktivieren
Divi bringt seit Version 4.10 einen eigenen Performance-Bereich mit, der auch in Divi 5 vorhanden ist: Divi → Theme-Optionen → Allgemein → Performance. Die wichtigsten Schalter — im Normalfall alle an:
- Dynamic CSS — Divi lädt nur das CSS, das die Seite wirklich braucht, statt eines riesigen globalen Stylesheets. Größter Einzel-Hebel in diesem Panel.
- Dynamic Module Framework — lädt nur den Code der tatsächlich genutzten Module.
- Critical CSS — zieht das für den sichtbaren Bereich nötige CSS vor und lädt den Rest verzögert. Verbessert das LCP spürbar.
- Defer jQuery and jQuery Migrate — verschiebt jQuery ans Seitenende, damit es das Rendern nicht blockiert.
- Dynamic Icons — lädt nur die verwendeten Icons statt der ganzen Icon-Fonts.
Nach dem Aktivieren jeder Option testen: Bei sehr custom-lastigen Seiten kann „Critical CSS” in seltenen Fällen kurz zu einem Aufblitzen ungestylter Inhalte führen — dann diese eine Option deaktiviert lassen und den Rest behalten.
In Divi 5 erzeugt der Builder das berechnete CSS ohnehin als statische Dateien (der frühere Extra-Schalter dafür ist entfallen). Wenn Design-Änderungen nicht durchschlagen, wirf diese Dateien mit Divi → Theme-Optionen → oben rechts „CSS-Cache leeren” weg — Details im Ratgeber WordPress Cache leeren.
Hebel 2: Bilder optimieren (der größte Hebel überhaupt)
Kein Performance-Trick der Welt rettet eine Seite mit 4 MB großen Hero-Bildern. Drei Dinge:
- Format WebP statt JPG/PNG — bei gleicher Qualität oft 30–50 % kleiner. Ein Optimierungs-Plugin (z. B. ein WebP-/Kompressions-Plugin) konvertiert automatisch.
- Richtige Abmessungen — ein Bild, das mit 600 px angezeigt wird, muss nicht 3000 px breit sein. Vor dem Upload skalieren.
- Lazy Loading — Divi lädt Bilder standardmäßig verzögert (erst wenn sie in den sichtbaren Bereich scrollen). Wichtig: Das Hero-Bild „above the fold” NICHT lazy-loaden — das verschlechtert sonst genau das LCP, das du verbessern willst.
Das ist exakt die Disziplin, mit der wir auf unseren eigenen Projekten 99/100 im mobilen PageSpeed erreichen — Details in unserer Performance-Case-Study.
Hebel 3: Google Fonts self-hosten (Performance + DSGVO)
Divi lädt Schriften standardmäßig von Google-Servern. Das ist doppelt ungünstig: Es ist ein Render-Blocker (extra Verbindung zu fonts.googleapis.com) und ein DSGVO-Problem, weil dabei die IP-Adresse des Besuchers an Google übertragen wird — deutsche Gerichte haben das mehrfach abgemahnt.
Lösung: Die Schriften lokal hosten. Entweder über ein „Local Google Fonts”-Plugin, das die verwendeten Fonts automatisch herunterlädt und lokal ausliefert, oder — sauberer — im Child-Theme selbst einbinden. In den Divi-Performance-Optionen lässt sich zusätzlich einstellen, dass Google Fonts gar nicht extern geladen werden.
So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: schnellere Ladezeit und rechtssichere, cookielose Schrifteneinbindung — ein Thema, das gerade in Deutschland zunehmend geprüft wird.
Hebel 4: Caching einrichten
Ein Caching-Plugin liefert fertige HTML-Seiten aus, statt sie bei jedem Aufruf neu von WordPress und Divi generieren zu lassen. Der Effekt auf die Server-Antwortzeit (TTFB) ist enorm. Etablierte Optionen sind WP Rocket (kostenpflichtig, sehr Divi-freundlich) oder eine der guten kostenlosen Caching-Lösungen. Kehrseite: Wenn Änderungen nach dem Speichern nicht erscheinen, ist fast immer der Cache schuld — wie du die verschiedenen Cache-Ebenen richtig leerst, zeigt unser eigener Ratgeber.
Ein Hinweis aus der Praxis: Aggressive Minify- und Combine-Optionen von Caching-Plugins vertragen sich nicht immer mit Divi 5 und können das Layout zerschießen. Aktiviere diese Optionen einzeln und teste nach jedem Schritt — bei Darstellungsfehlern die zuletzt aktivierte Option wieder aus. Das deckt sich mit den häufigen Migrations-Problemen, wo Optimierungs-Plugins ein wiederkehrender Auslöser sind.
Hebel 5: Weniger ist mehr — Module und Plugins ausmisten
Jedes Drittanbieter-Modul-Paket und jedes Plugin lädt eigenes CSS und JavaScript. Gerade nach Jahren wächst da viel an, das niemand mehr braucht. Deaktiviere testweise, was du nicht aktiv nutzt, und miss den Unterschied. Unter Divi 5 zahlt sich das doppelt aus, weil Fremdmodule ohnehin über den Abwärtskompatibilitäts-Layer laufen — native Divi-5-Module sind schlanker.
Die Reihenfolge für einen Nachmittag
Wenn du das an einem Nachmittag durchziehen willst, arbeite genau so — vom größten Hebel zum kleinsten, und miss nach jedem Block:
- Ausgangswert festhalten. PageSpeed Insights (Mobil), Score und die drei, vier größten „Diagnose”-Punkte notieren. Ohne diesen Startwert weißt du am Ende nicht, was gewirkt hat.
- Divi-Performance-Panel einschalten (Dynamic CSS, Critical CSS, Defer jQuery, Dynamic Icons). 2 Minuten Arbeit, oft der größte Sprung.
- Das eine große Hero-Bild angehen. Genau das Bild, das PageSpeed als „größtes Content-Element” (LCP) markiert: als WebP neu exportieren, auf die tatsächliche Anzeigebreite skalieren, Lazy-Loading dafür deaktivieren.
- Fonts lokalisieren. Google Fonts auf lokal umstellen — schneller und DSGVO-sicher in einem Schritt.
- Caching-Plugin installieren und einschalten. Minify/Combine bewusst einzeln dazuschalten und nach jedem Klick prüfen.
- Nachmessen und mit dem Startwert vergleichen. Meist sind die größten Sprünge nach Schritt 2 und 3 schon erreicht.
Der Rest — Drittanbieter-Module ausmisten, einzelne Skripte defern — ist Feinschliff für die letzten Punkte Richtung 90+. Wichtig: nicht alles gleichzeitig ändern, sonst weißt du bei einem Darstellungsfehler nicht, welcher Schritt schuld war.
Was bringt wie viel? Eine realistische Einordnung
Damit du die Zeit richtig investierst — grobe Größenordnungen aus unserer Praxis (jede Seite ist anders, aber die Rangfolge stimmt fast immer):
- Bilder sind bei ausufernden Seiten regelmäßig für den größten Teil eines schlechten Scores verantwortlich. Ein einziges 3-MB-Hero durch ein 120-KB-WebP zu ersetzen, kann den mobilen Score zweistellig heben.
- Divis Performance-Panel bringt bei bisher unoptimierten Seiten spürbar Punkte, weil weniger CSS/JS blockiert.
- Caching wirkt vor allem auf die Server-Antwortzeit (TTFB) — merklich bei schwachem Shared-Hosting, kaum bei ohnehin schnellem Server.
- Fonts lokal bringen performanceseitig oft nur wenige Punkte — sind aber wegen der DSGVO trotzdem Pflicht.
Die Botschaft: Steck deine Zeit zuerst in Bilder und Divis Panel. Wer mit dem letzten Punkt (Fonts-Feinschliff) anfängt, poliert an der falschen Stelle.
Ist Divi 5 schneller als Divi 4?
Ja, von Haus aus. Der Rewrite bringt block-basierte Speicherung statt Shortcode-Parsing, ein moderneres CSS-Handling und weniger Overhead. Viele Seiten werden allein durch die Migration auf Divi 5 messbar schneller — vorausgesetzt, die Bilder und Fonts sind sauber (sonst überdeckt deren Last jeden Framework-Gewinn). Genau deshalb steht in diesem Artikel Divis eigenes Panel erst an Position 1 und die „Klassiker” Bilder/Fonts direkt danach.
Alle unsere Divi-5-Anleitungen und Problemlösungen an einem Ort: zum Divi-5-Tutorial-Hub.
Häufige Fragen
Warum ist meine Divi-Seite trotz gutem Hosting langsam?
In den allermeisten Fällen liegt es an unoptimierten Bildern und extern geladenen Google Fonts — nicht am Server und selten an Divi selbst. Prüfe zuerst diese beiden Punkte mit PageSpeed Insights, bevor du an Caching oder Hosting denkst.
Welche Divi-Performance-Optionen sollte ich aktivieren?
Im Normalfall alle unter Theme-Optionen → Performance: Dynamic CSS, Dynamic Module Framework, Critical CSS, Defer jQuery und Dynamic Icons. Nur bei sehr individuellen Seiten kann „Critical CSS” gelegentlich stören — dann diese eine Option aus, den Rest an lassen.
Macht ein Caching-Plugin Divi kaputt?
Das Caching selbst nicht — aber aggressive Minify-/Combine-Funktionen können Divis CSS/JS durcheinanderbringen. Aktiviere solche Optionen einzeln und teste nach jedem Schritt. Bei Layout-Fehlern die zuletzt eingeschaltete Option wieder deaktivieren.
Sind Google Fonts in Divi ein DSGVO-Problem?
Ja, solange sie extern von Google geladen werden — dabei wird die IP des Besuchers an Google übertragen, was abgemahnt wurde. Hoste die Schriften lokal (Plugin oder Child-Theme); das ist gleichzeitig schneller. Wir setzen dieses Prinzip auf allen Projekten um.
Wie erreicht man 99/100 im PageSpeed mit WordPress/Divi?
Die letzten Punkte sind Feinarbeit: Critical CSS sauber, das Hero-Bild bewusst nicht lazy-loaden, Fonts lokal und nur die genutzten Schnitte, unnötige Skripte defern, Drittanbieter-Ballast raus. In unserer Performance-Case-Study zeigen wir das an einem echten Projekt.
Quellen
- Eigene Performance-Praxis mit 99/100-PageSpeed-Projekten (siehe Referenzen), Stand Juli 2026
- Divi Performance Features — Elegant Themes Blog
- Core Web Vitals — Google Search Central