Die Praxissoftware (PVS) ist das Herz jeder Arztpraxis – sie steuert Termine, Abrechnung, Dokumentation und die Patientenakte. Ein Wechsel ist aufwändig, deshalb lohnt sich die sorgfältige Auswahl. Hier der Überblick über die wichtigsten Systeme 2026, die entscheidenden Auswahlkriterien und die Frage Cloud vs. lokal.
Zusammenfassung: Der deutsche Praxissoftware-Markt wird von etablierten Anbietern wie CGM (Albis, Turbomed, M1) und medatixx dominiert, daneben stehen moderne Systeme wie tomedo (macOS), cloudbasierte Lösungen wie Doc-Cirrus und neue All-in-One-Anbieter wie Doctolib. Alle für die KV-Abrechnung nutzbaren Systeme müssen KBV-zertifiziert und TI-fähig sein. Die wichtigste Grundsatzentscheidung ist Cloud vs. lokal installiert. Achte auf KBV-Zertifizierung, TI-Anbindung, Schnittstellen (Online-Terminbuchung, Labor) und einen verlässlichen Support.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Praxissoftware (PVS)?
- Die wichtigsten PVS-Systeme 2026
- Worauf du beim Vergleich achten musst
- Cloud vs. lokal installiert
- Doctolib All-in-One: PVS und Terminbuchung aus einer Hand
- PVS wechseln: in 4 Schritten
- Häufige Fragen
- Fazit
Was ist eine Praxissoftware (PVS)?
Ein Praxisverwaltungssystem (PVS) ist die zentrale Software, mit der eine Praxis ihren gesamten Betrieb organisiert: Terminkalender, Patientenakte, Dokumentation, Abrechnung mit der KV und privat, sowie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Ohne KBV-zertifiziertes PVS ist keine vertragsärztliche Abrechnung möglich – es ist damit die unverzichtbare Grundausrüstung jeder Praxis.
Die wichtigsten PVS-Systeme 2026
| tomedo | CGM / medatixx | Doc-Cirrus | Doctolib All-in-One | |
|---|---|---|---|---|
| Betriebssystem | macOS | Windows | Browser | Browser |
| Architektur | lokal / Server | lokal / Server | Cloud | Cloud |
| KBV-zertifiziert | Ja | Ja | Ja | Ja |
| TI-Anbindung | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Online-Terminbuchung | Schnittstelle | Schnittstelle | Ja | nativ |
| Schwerpunkt | moderne Praxen, Mac | größte Verbreitung | reines Cloud-PVS | Termin + PVS vereint |
| Preis (Listenpreis) | auf Anfrage | auf Anfrage | auf Anfrage | ab 139 €/Behandler |
Weitere etablierte PVS-Systeme
Der Markt ist groß – neben den oben verglichenen Systemen sind weitere KBV-zertifizierte Lösungen weit verbreitet:
- CGM (CompuGroup Medical): mit Albis, Turbomed, M1 und MEDISTAR gehören gleich mehrere CGM-Systeme zu den meistgenutzten in Deutschland.
- medatixx: u. a. x.concept, x.isynet und medatixx – ebenfalls sehr hohe Verbreitung.
- RED Medical: browserbasiertes, cloudfähiges System.
- Duria, T2med, Medical Office, Quincy, DocConcept: weitere zertifizierte Lösungen mit eigenen Schwerpunkten (Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem).
Welche Systeme in deiner KV-Region zugelassen und sinnvoll sind, hängt von Fachrichtung und Anforderungen ab – die KBV führt eine vollständige Liste aller zertifizierten Praxisverwaltungssysteme.
Worauf du beim Vergleich achten musst
- KBV-Zertifizierung: Pflicht für die vertragsärztliche Abrechnung. Ohne Zertifizierung scheidet ein System aus.
- TI-Anbindung: ePA, eRezept, eAU, KIM – alles läuft über die Telematikinfrastruktur. Das PVS muss sie sauber unterstützen.
- Schnittstellen: Online-Terminbuchung (z. B. Doctolib, Samedi), Labor-Datenträgeraustausch (LDT), Kartenterminals, DiGA. Je offener das System, desto flexibler.
- Cloud oder lokal: Bestimmt Wartungsaufwand, Datenhaltung und Ausfallsicherheit (siehe unten).
- Bedienung & Schulung: Die beste Funktionsliste nützt nichts, wenn das Team sie nicht effizient bedient. Usability ist ein harter Kostenfaktor.
- Support & Updates: Reaktionszeiten, gesetzliche Updates (z. B. neue TI-Anforderungen), Migrationshilfe.
- Vertragslaufzeit & Datenexport: Kommst du im Wechselfall an deine Daten? Datenportabilität vor Abschluss klären.
Cloud vs. lokal installiert
Die wichtigste Grundsatzfrage:
- Lokal / Server-basiert (z. B. klassische CGM- oder medatixx-Installationen): Daten liegen auf eigener Hardware in der Praxis. Vorteil: volle Kontrolle, unabhängig von der Internetverbindung. Nachteil: eigene Server, Backups und Wartung – mehr IT-Aufwand.
- Cloud / browserbasiert (z. B. Doc-Cirrus, Doctolib): Zugriff über den Browser, Updates und Backups laufen automatisch beim Anbieter. Vorteil: weniger IT-Aufwand, ortsunabhängiger Zugriff. Voraussetzung: stabile Internetverbindung und Vertrauen in den Cloud-Anbieter (Serverstandort, DSGVO, AVV).
Doctolib All-in-One: PVS und Terminbuchung aus einer Hand
Ein vergleichsweise neuer Ansatz: Doctolib bietet mit der All-in-One-Praxissoftware ein cloudbasiertes PVS, das Terminkalender, Patientenmanagement, Dokumentation und Abrechnung mit der ohnehin marktführenden Online-Terminbuchung in einem System vereint. Für Praxen, die ein modernes Cloud-PVS suchen und gleichzeitig von Doctolibs Patientenreichweite profitieren wollen, ist das eine interessante Option – die Preise und Pakete erklären wir im Doctolib-Kosten-Artikel.
PVS wechseln: in 4 Schritten
Text-Version der Schritte
- Schritt 1 — Anforderungen klären: Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem, nötige Schnittstellen festlegen.
- Schritt 2 — Demos & Angebote: 2–3 KBV-zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen, Preise einholen.
- Schritt 3 — Datenmigration planen: Datenexport aus dem Alt-PVS und Import sauber mit dem Anbieter abstimmen.
- Schritt 4 — Schulung & Go-live: Team schulen, Parallelbetrieb in der Übergangsphase, dann umstellen.
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Schritt 1
Anforderungen klären
Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem, nötige Schnittstellen festlegen.
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Schritt 2
Demos & Angebote
2–3 KBV-zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen, Preise einholen.
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Schritt 3
Datenmigration planen
Datenexport aus dem Alt-PVS und Import sauber mit dem Anbieter abstimmen.
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Schritt 4
Schulung & Go-live
Team schulen, Parallelbetrieb in der Übergangsphase, dann umstellen.
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Schritt 1
Anforderungen klären
Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem, nötige Schnittstellen festlegen.
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Schritt 2
Demos & Angebote
2–3 KBV-zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen, Preise einholen.
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Schritt 3
Datenmigration planen
Datenexport aus dem Alt-PVS und Import sauber mit dem Anbieter abstimmen.
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Schritt 4
Schulung & Go-live
Team schulen, Parallelbetrieb in der Übergangsphase, dann umstellen.
Häufige Fragen
Was ist die beste Praxissoftware?
Es gibt keine pauschal „beste” Praxissoftware – die richtige Wahl hängt von Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem und gewünschten Schnittstellen ab. Etablierte Systeme wie CGM und medatixx haben die größte Verbreitung, tomedo ist bei Mac-Praxen beliebt, Doc-Cirrus und Doctolib setzen auf Cloud. Wichtig ist in jedem Fall die KBV-Zertifizierung.
Was kostet eine Praxissoftware?
Die Preise variieren stark je nach Modulen, Praxisgröße und Lizenzmodell und werden meist individuell kalkuliert. Cloudbasierte Anbieter wie Doctolib nennen Einstiegspreise ab rund 139 € pro Behandler:in und Monat; klassische PVS rechnen oft mit Lizenz- plus Wartungskosten. Hol für einen echten Vergleich konkrete Angebote ein.
Muss eine Praxissoftware KBV-zertifiziert sein?
Ja. Für die vertragsärztliche Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung muss das PVS KBV-zertifiziert sein. Nicht zertifizierte Systeme können diese Abrechnung nicht rechtssicher durchführen.
Cloud-PVS oder lokal installiert – was ist besser?
Cloud-Systeme reduzieren den IT-Aufwand (automatische Updates und Backups) und ermöglichen ortsunabhängigen Zugriff, brauchen aber eine stabile Internetverbindung und einen DSGVO-konformen Anbieter. Lokale Systeme bieten volle Datenkontrolle, verlangen aber eigene Server, Backups und Wartung. Die Wahl hängt von IT-Ressourcen und Datenschutz-Anspruch ab.
Wie aufwändig ist ein PVS-Wechsel?
Ein Wechsel ist planungsintensiv: Datenmigration, Schulung des Teams und ein Parallelbetrieb in der Übergangsphase sind nötig. Mit guter Vorbereitung und Migrationshilfe des neuen Anbieters ist er aber gut beherrschbar – wichtig ist, den Datenexport aus dem Alt-System frühzeitig zu klären.
Fazit
Die Praxissoftware ist eine langfristige Entscheidung – wähle sie nach deinen echten Abläufen, nicht nach der längsten Funktionsliste. Achte auf KBV-Zertifizierung, TI-Fähigkeit und offene Schnittstellen, und triff bewusst die Grundsatzentscheidung Cloud vs. lokal. Wer Terminbuchung und PVS aus einer Hand will, sollte sich Doctolibs All-in-One-Lösung ansehen. Den größeren Rahmen liefert unser Leitfaden zur Praxis-Digitalisierung.