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Digitale Arztpraxis 12 Min. Lesezeit

Praxissoftware Vergleich 2026: Die wichtigsten PVS im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die vertragsärztliche Abrechnung über die KV muss eine Praxissoftware KBV-zertifiziert und an die Telematikinfrastruktur angebunden sein.
  • Die größte Verbreitung haben PVS von CGM wie Albis, Turbomed, M1 und MEDISTAR sowie von medatixx, tomedo ist bei Mac-Praxen beliebt.
  • Bei einer lokal installierten Praxissoftware liegen die Daten auf eigener Hardware, eine Cloud-Praxissoftware übernimmt Updates und Backups, braucht aber stabiles Internet.
  • Die Doctolib All-in-One-Praxissoftware kostet 499 € pro Behandler:in und Monat inklusive MwSt. im Jahresabo, Stand Oktober 2026.
  • Vor einem PVS-Wechsel sollte eine Praxis zwei bis drei zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen und den Datenexport aus dem Altsystem früh klären.

Die Praxissoftware (PVS) ist das Herz jeder Arztpraxis – sie steuert Termine, Abrechnung, Dokumentation und die Patientenakte. Ein Wechsel ist aufwändig, deshalb lohnt sich die sorgfältige Auswahl. Hier der Überblick über die wichtigsten Systeme 2026, die entscheidenden Auswahlkriterien und die Frage Cloud vs. lokal.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Praxissoftware (PVS)?
  2. Die wichtigsten PVS-Systeme 2026
  3. Worauf du beim Vergleich achten musst
  4. Cloud vs. lokal installiert
  5. Doctolib All-in-One: PVS und Terminbuchung aus einer Hand
  6. PVS wechseln: in 4 Schritten
  7. Häufige Fragen
  8. Fazit

Was ist eine Praxissoftware (PVS)?

Ein Praxisverwaltungssystem (PVS) ist die zentrale Software, mit der eine Praxis ihren gesamten Betrieb organisiert: Terminkalender, Patientenakte, Dokumentation, Abrechnung mit der KV und privat, sowie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Ohne KBV-zertifiziertes PVS ist keine vertragsärztliche Abrechnung möglich – es ist damit die unverzichtbare Grundausrüstung jeder Praxis.

Die wichtigsten PVS-Systeme 2026

tomedo CGM / medatixx Doc-Cirrus Doctolib All-in-One
Betriebssystem macOS Windows Browser Browser
Architektur lokal / Server lokal / Server Hybrid (lokaler Datensafe + Cloud) Cloud
KBV-zertifiziert Ja Ja Ja Ja
TI-Anbindung Ja Ja Ja Ja
Online-Terminbuchung Schnittstelle Schnittstelle Ja nativ
Schwerpunkt moderne Praxen, Mac größte Verbreitung browserbasiert, Daten in der Praxis Termin + PVS vereint
Preis (Listenpreis) auf Anfrage auf Anfrage auf Anfrage 499 €/Behandler (inkl. MwSt., Jahresabo)
Repräsentative Praxissoftware-Systeme 2026. Funktionsumfang und Preise variieren je nach Modul und Praxisgröße — verbindliche Angaben beim jeweiligen Anbieter einholen.

Weitere etablierte PVS-Systeme

Der Markt ist groß – neben den oben verglichenen Systemen sind weitere KBV-zertifizierte Lösungen weit verbreitet:

  • CGM (CompuGroup Medical): mit Albis, Turbomed, M1 und MEDISTAR gehören gleich mehrere CGM-Systeme zu den meistgenutzten in Deutschland.
  • medatixx: u. a. x.concept, x.isynet und medatixx – ebenfalls sehr hohe Verbreitung.
  • RED Medical: browserbasiertes, cloudfähiges System.
  • Duria, T2med, Medical Office, Quincy, DocConcept: weitere zertifizierte Lösungen mit eigenen Schwerpunkten (Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem).

Welche Systeme in deiner KV-Region zugelassen und sinnvoll sind, hängt von Fachrichtung und Anforderungen ab – die KBV führt eine vollständige Liste aller zertifizierten Praxisverwaltungssysteme.

Worauf du beim Vergleich achten musst

  • KBV-Zertifizierung: Pflicht für die vertragsärztliche Abrechnung. Ohne Zertifizierung scheidet ein System aus.
  • TI-Anbindung: ePA, eRezept, eAU, KIM – alles läuft über die Telematikinfrastruktur. Das PVS muss sie sauber unterstützen.
  • Schnittstellen: Online-Terminbuchung (z. B. Doctolib, Samedi), Labor-Datenträgeraustausch (LDT), Kartenterminals, DiGA. Je offener das System, desto flexibler.
  • Cloud oder lokal: Bestimmt Wartungsaufwand, Datenhaltung und Ausfallsicherheit (siehe unten).
  • Bedienung & Schulung: Die beste Funktionsliste nützt nichts, wenn das Team sie nicht effizient bedient. Usability ist ein harter Kostenfaktor.
  • Support & Updates: Reaktionszeiten, gesetzliche Updates (z. B. neue TI-Anforderungen), Migrationshilfe.
  • Vertragslaufzeit & Datenexport: Kommst du im Wechselfall an deine Daten? Datenportabilität vor Abschluss klären.

Cloud vs. lokal installiert

Die wichtigste Grundsatzfrage:

  • Lokal / Server-basiert (z. B. klassische CGM- oder medatixx-Installationen): Daten liegen auf eigener Hardware in der Praxis. Vorteil: volle Kontrolle, unabhängig von der Internetverbindung. Nachteil: eigene Server, Backups und Wartung – mehr IT-Aufwand.
  • Cloud / browserbasiert (z. B. Doctolib; Doc-Cirrus arbeitet hybrid mit lokalem Datensafe in der Praxis): Zugriff über den Browser, Updates und Backups laufen automatisch beim Anbieter. Vorteil: weniger IT-Aufwand, ortsunabhängiger Zugriff. Voraussetzung: stabile Internetverbindung und Vertrauen in den Cloud-Anbieter (Serverstandort, DSGVO, AVV).
Cloud / browserbasiert + Wenig IT-Aufwand+ Auto-Updates & Backups+ Ortsunabhängiger Zugriff− Stabiles Internet nötig− Anbieter-/Serverstandort prüfen Lokal / Server installiert + Volle Datenkontrolle+ Unabhängig vom Internet− Eigene Server & Backups− Mehr Wartungsaufwand− Updates manuell einspielen
Die Grundsatzentscheidung beim PVS: Cloud vs. lokal installiert.

Doctolib All-in-One: PVS und Terminbuchung aus einer Hand

Ein vergleichsweise neuer Ansatz: Doctolib bietet mit der All-in-One-Praxissoftware ein cloudbasiertes PVS, das Terminkalender, Patientenmanagement, Dokumentation und Abrechnung mit der ohnehin marktführenden Online-Terminbuchung in einem System vereint. Das Paket kostet 499 € pro Behandler:in und Monat inklusive MwSt. im Jahresabo (Stand Oktober 2026). Für Praxen, die ein modernes Cloud-PVS suchen und gleichzeitig von Doctolibs Patientenreichweite profitieren wollen, ist das eine interessante Option – die Preise und Pakete erklären wir im Doctolib-Kosten-Artikel.

PVS wechseln: in 4 Schritten

Text-Version der Schritte
  1. Schritt 1 — Anforderungen klären: Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem, nötige Schnittstellen festlegen.
  2. Schritt 2 — Demos & Angebote: 2–3 KBV-zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen, Preise einholen.
  3. Schritt 3 — Datenmigration planen: Datenexport aus dem Alt-PVS und Import sauber mit dem Anbieter abstimmen.
  4. Schritt 4 — Schulung & Go-live: Team schulen, Parallelbetrieb in der Übergangsphase, dann umstellen.
  1. Schritt 1

    Anforderungen klären

    Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem, nötige Schnittstellen festlegen.

  2. Schritt 2

    Demos & Angebote

    2–3 KBV-zertifizierte Systeme mit echten Abläufen testen, Preise einholen.

  3. Schritt 3

    Datenmigration planen

    Datenexport aus dem Alt-PVS und Import sauber mit dem Anbieter abstimmen.

  4. Schritt 4

    Schulung & Go-live

    Team schulen, Parallelbetrieb in der Übergangsphase, dann umstellen.

Häufige Fragen

Was ist die beste Praxissoftware?

Es gibt keine pauschal „beste” Praxissoftware – die richtige Wahl hängt von Fachrichtung, Praxisgröße, Betriebssystem und gewünschten Schnittstellen ab. Etablierte Systeme wie CGM und medatixx haben die größte Verbreitung, tomedo ist bei Mac-Praxen beliebt, Doctolib setzt auf Cloud, Doc-Cirrus auf eine Hybrid-Lösung mit lokalem Datensafe. Wichtig ist in jedem Fall die KBV-Zertifizierung.

Was kostet eine Praxissoftware?

Die Preise variieren stark je nach Modulen, Praxisgröße und Lizenzmodell und werden meist individuell kalkuliert. Doctolib nennt für seine All-in-One-Praxissoftware 499 € pro Behandler:in und Monat inklusive MwSt. im Jahresabo (die 139 € gelten nur für das Terminbuchungs-Paket ohne PVS); klassische PVS rechnen oft mit Lizenz- plus Wartungskosten. Hol für einen echten Vergleich konkrete Angebote ein.

Muss eine Praxissoftware KBV-zertifiziert sein?

Ja. Für die vertragsärztliche Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung muss das PVS KBV-zertifiziert sein. Nicht zertifizierte Systeme können diese Abrechnung nicht rechtssicher durchführen.

Cloud-PVS oder lokal installiert – was ist besser?

Cloud-Systeme reduzieren den IT-Aufwand (automatische Updates und Backups) und ermöglichen ortsunabhängigen Zugriff, brauchen aber eine stabile Internetverbindung und einen DSGVO-konformen Anbieter. Lokale Systeme bieten volle Datenkontrolle, verlangen aber eigene Server, Backups und Wartung. Die Wahl hängt von IT-Ressourcen und Datenschutz-Anspruch ab.

Wie aufwändig ist ein PVS-Wechsel?

Ein Wechsel ist planungsintensiv: Datenmigration, Schulung des Teams und ein Parallelbetrieb in der Übergangsphase sind nötig. Mit guter Vorbereitung und Migrationshilfe des neuen Anbieters ist er aber gut beherrschbar – wichtig ist, den Datenexport aus dem Alt-System frühzeitig zu klären.

Fazit

Die Praxissoftware ist eine langfristige Entscheidung – wähle sie nach deinen echten Abläufen, nicht nach der längsten Funktionsliste. Achte auf KBV-Zertifizierung, TI-Fähigkeit und offene Schnittstellen, und triff bewusst die Grundsatzentscheidung Cloud vs. lokal. Wer Terminbuchung und PVS aus einer Hand will, sollte sich Doctolibs All-in-One-Lösung ansehen. Das Buchungs-Widget gehört dabei auf deine eigene Praxis-Website eingebettet – wie das konkret aussieht, zeigen unsere Websites für Arztpraxen. Den größeren Rahmen liefert unser Leitfaden zur Praxis-Digitalisierung.

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