Divi 5 ist seit dem 26. Februar 2026 offiziell draußen — und damit stellt sich für jede Divi-4-Seite irgendwann die Frage, wann und wie man umstellt. Die gute Nachricht: Divi 4 bekommt noch rund zwölf Monate Support, also etwa bis Februar 2027. Du hast also keinen Grund zur Panik, aber einen guten Grund, die Migration sauber vorzubereiten, statt sie zu überstürzen. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den sicheren Weg von Divi 4 auf Divi 5.
Zusammenfassung: Migriere niemals direkt auf der Live-Seite. Der sichere Ablauf ist immer: vollständiges Backup, Staging-Kopie, alles updaten, Migrator-Scan ausführen, Compatibility-Report prüfen, migrieren, ausführlich testen — und erst dann live gehen. Der Divi-5-Migrator konvertiert unterstützte Module automatisch, Risiken lauern vor allem bei Drittanbieter-Modulen, Custom CSS und Child-Themes.
Bitte zuerst lesen: Niemals direkt auf der Live-Seite migrieren
Der mit Abstand häufigste Fehler bei der Divi-5-Umstellung ist gleichzeitig der teuerste: jemand klickt auf der produktiven Website auf “migrieren” und hofft, dass schon nichts schiefgeht. Mach das nicht. Divi 5 ist ein kompletter React-Rebuild mit einem neuen Speicherformat, das die alten Shortcodes ([et_pb_section] und Co.) ablöst. Das ist technisch ein großer Sprung — und genau deshalb gehört die Migration zuerst auf eine Staging-Umgebung, wo du in Ruhe testen kannst, ohne dass deine Besucher (oder Google) eine kaputte Seite zu sehen bekommen.
Wenn du nur einen Punkt aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: erst Kopie, dann Live. Alles andere baut darauf auf.
Bevor du startest: Vorbereitung
Bevor du irgendetwas anfasst, verschaff dir einen Überblick. Welche Drittanbieter-Module nutzt du (Divi-Plugins wie Divi Supreme, Divi BodyShop, Divi Machine etc.)? Hast du ein Child-Theme im Einsatz? Wie viel Custom CSS steckt in den Theme-Optionen und in einzelnen Modulen? Genau diese drei Bereiche — Drittanbieter-Module, Custom CSS und Child-Themes — sind die Hauptrisiken bei der Migration. Je besser du sie vorher kennst, desto entspannter wird der Rest.
Notiere dir außerdem, welche Seiten geschäftskritisch sind: Startseite, Landingpages, Kontakt, Shop. Diese willst du nach der Migration besonders genau prüfen. Wenn du dir bei der Tragweite unsicher bist, lies vorab unseren Vergleich Divi 5 vs. Divi 4 — das hilft einzuschätzen, was sich technisch überhaupt ändert.
Schritt 1: Vollständiges Backup
Ein vollständiges Backup ist deine Versicherung. “Vollständig” heißt: Datenbank, alle Dateien, der uploads-Ordner sowie Theme und Plugins. Ein reines Datenbank-Backup reicht nicht — und ein “ich hatte gestern mal was gesichert” auch nicht.
Nutze ein Backup-Plugin deines Vertrauens oder das Backup-Tool deines Hosters und überprüfe danach, dass die Sicherung tatsächlich vollständig durchgelaufen ist. Lade dir die Backup-Datei zur Sicherheit auch lokal herunter. Erst wenn du ein verifiziertes, wiederherstellbares Backup hast, geht es weiter.
Schritt 2: Staging-Umgebung
Jetzt erstellst du eine Staging-Seite — also eine 1:1-Kopie deiner Live-Website in einer abgeschotteten Umgebung. Die meisten guten Hoster bieten dafür einen Ein-Klick-Staging-Button. Alternativ ziehst du mit einem Migrations-Plugin eine Kopie auf eine Subdomain.
Auf dieser Staging-Kopie findet die komplette Migration statt. Deine Live-Seite bleibt unangetastet und läuft weiter auf Divi 4, während du in Ruhe testest. Erst wenn auf Staging alles sauber funktioniert, überträgst du das Ergebnis. Wenn dein Hosting kein Staging kann, ist das übrigens ein guter Moment, um über einen Anbieterwechsel nachzudenken — sauberes Staging ist heute Standard.
Schritt 3: Pre-Flight-Checks
Auf der Staging-Seite bringst du als Erstes alles auf den aktuellen Stand. Updates in dieser Reihenfolge: WordPress-Core, dann das Divi-Theme, dann alle Plugins. Eine alte WordPress- oder Plugin-Version ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme bei der Migration.
Anschließend prüfst du deine Drittanbieter-Module: Achte bei den jeweiligen Anbietern auf die Kennzeichnung “Compatibility with Divi 5”. Module, die noch nicht offiziell Divi-5-kompatibel sind, werden dir später im Migrator-Report begegnen — gut, das schon vorher zu wissen. Wenn du an dieser Stelle merkst, dass mehrere deiner wichtigen Module noch keine Divi-5-Unterstützung haben, lohnt sich ein Blick auf die häufigen Probleme bei der Migration, bevor du weitermachst.
Schritt 4: Divi-5-Migrator & Compatibility-Scan
Damit dir der Migrator überhaupt zur Verfügung steht, aktivierst du im Divi-Dashboard die Divi-5-Updates. Danach startest du den Migrator-Scan. Der Scan ist nicht-destruktiv — er verändert noch nichts, sondern analysiert deine Seite und prüft neun Bereiche systematisch durch:
- Seiten
- Beiträge
- Custom Post Types
- WooCommerce
- Library-Items
- Widgets
- Presets
- Theme-Builder-Templates
Nach dem Scan bekommst du einen Compatibility-Report. Schau dir hier besonders die orangefarbenen Warnsymbole an: Sie markieren Inhalte, die nach der Migration im Abwärtskompatibilitäts-Modus laufen würden — typischerweise nicht unterstützte Drittanbieter-Module. Das ist kein Fehler und kein Grund zum Abbrechen, aber eine wichtige Information für später. Notiere dir, welche Seiten und Module betroffen sind.
Schritt 5: Migration ausführen
Wenn du den Report geprüft hast und mit den Warnungen leben kannst, klickst du auf “Migrate This Site to Divi 5”. Der Migrator konvertiert jetzt alle unterstützten Module automatisch in das neue Format. Das Entscheidende dabei: Deine Inhalte, dein Design und deine Einstellungen bleiben erhalten. Im Idealfall sieht dein Frontend nach der Migration exakt so aus wie vorher — nur eben auf der neuen Divi-5-Engine.
Die nicht unterstützten Module (meist von Drittanbietern) verschwinden nicht, sondern laufen in einem Abwärtskompatibilitäts-Layer weiter. Wichtig zu verstehen: Sobald nur ein einziges altes Modul auf einer Seite liegt, lädt Divi 5 zusätzlich das komplette Divi-4-Framework nach. Das kostet Performance — und zwar so lange, bis du dieses Modul durch ein natives Divi-5-Modul ersetzt. Genau hier entscheidet sich später, wie schnell deine migrierte Seite wirklich wird.
Schritt 6: Testen
Jetzt kommt der Teil, den die meisten unterschätzen: das Testen. Geh deine Seiten systematisch durch — angefangen bei den geschäftskritischen, die du dir in der Vorbereitung notiert hast. Prüfe konkret:
- Sehen die Layouts auf Desktop und Mobil so aus wie vorher?
- Funktionieren Formulare, Buttons und Links?
- Ist dein Custom CSS noch wirksam? Achtung: Divi 5 kann Selektoren ändern — CSS, das auf bestimmte Klassen oder Strukturen zielte, greift unter Umständen ins Leere.
- Verhält sich dein Child-Theme korrekt?
- Laufen die Seiten mit den orange markierten Modulen aus dem Report wie erwartet?
Nimm dir hier wirklich Zeit. Ein Frontend, das auf der Startseite gut aussieht, kann auf einer tief verschachtelten Landingpage trotzdem brechen. Wer hier schludert, verlagert das Testen nur auf die Live-Seite — und das willst du genau vermeiden.
Schritt 7: Go-Live & Performance
Erst wenn auf Staging alles sauber läuft, gehst du live. Praktisch heißt das je nach Setup: Staging in die Produktivumgebung übernehmen oder die geprüften Schritte kontrolliert auf der Live-Seite wiederholen — mit frischem Backup direkt davor.
Nach dem Go-Live kümmerst du dich um die Performance. Die migrierten Seiten mit altem Abwärtskompatibilitäts-Code sind dein To-do-Liste: Ersetze die nicht unterstützten Module nach und nach durch native Divi-5-Module, damit das Divi-4-Framework nicht mehr mitgeladen werden muss. Das ist kein Sprint, sondern eine saubere Aufräumarbeit über die nächsten Wochen — aber sie ist der eigentliche Performance-Gewinn von Divi 5.
Die Checkliste auf einen Blick
- ✓ Überblick verschafft: Drittanbieter-Module, Custom CSS, Child-Theme erfasst
- ✓ Vollständiges Backup (Datenbank, Dateien, Uploads, Theme, Plugins) — verifiziert und lokal gespeichert
- ✓ Staging-Kopie der Live-Seite erstellt
- ✓ WordPress, Divi und alle Plugins auf Staging aktualisiert
- ✓ Drittanbieter-Module auf “Compatibility with Divi 5” geprüft
- ✓ Divi-5-Updates im Dashboard aktiviert
- ✓ Migrator-Scan ausgeführt (neun Bereiche)
- ✓ Compatibility-Report geprüft, orange Warnungen notiert
- ✓ “Migrate This Site to Divi 5” ausgeführt
- ✓ Layouts, Formulare, Custom CSS, Child-Theme auf Desktop und Mobil getestet
- ✓ Go-Live mit frischem Backup
- ✓ Nicht unterstützte Module nach und nach nativ ersetzt
Solltest du das selbst machen?
Ehrliche Antwort: Wenn du eine überschaubare Divi-4-Seite ohne exotische Drittanbieter-Module, ohne viel Custom CSS und mit ordentlichem Staging-Hosting hast — ja, das schaffst du selbst. Die Schritte oben sind kein Hexenwerk, und der Migrator nimmt dir die eigentliche Konvertierung ab.
Kritischer wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: viele Drittanbieter-Module, die noch nicht Divi-5-fähig sind, ein gewachsenes Child-Theme, hunderte Zeilen Custom CSS oder ein WooCommerce-Shop, bei dem jeder Ausfall direkt Umsatz kostet. Dann ist die Migration weniger ein Klick als ein Projekt — mit Testen, Nacharbeit und der Frage, wer haftet, wenn etwas kaputtgeht. In solchen Fällen ist es oft günstiger und entspannter, wenn wir die Migration übernehmen, statt im Live-Betrieb zu reparieren. Wenn du vorab kalkulieren willst, hilft unser Überblick, was die Migration kostet.
Häufige Fragen
Muss ich sofort auf Divi 5 umstellen?
Nein. Divi 4 wird noch rund zwölf Monate, also etwa bis Februar 2027, weiter unterstützt. Du hast also Zeit, die Migration sauber vorzubereiten. Sinnvoll ist es trotzdem, nicht bis zur letzten Minute zu warten — und vorher zu prüfen, ob deine Drittanbieter-Module bereits Divi-5-kompatibel sind.
Sieht meine Website nach der Migration anders aus?
Im Normalfall nicht. Der Migrator konvertiert die unterstützten Module automatisch und behält Inhalte, Design und Einstellungen bei — das Frontend sieht danach in der Regel genauso aus wie vorher. Abweichungen entstehen vor allem dort, wo Custom CSS auf geänderte Selektoren trifft oder Drittanbieter-Module im Abwärtskompatibilitäts-Modus laufen. Genau deshalb ist das ausführliche Testen auf Staging so wichtig.
Was passiert mit meinen Drittanbieter-Modulen?
Nicht unterstützte Module verschwinden nicht — sie laufen in einem Abwärtskompatibilitäts-Layer weiter. Der Haken: Sobald ein solches altes Modul auf einer Seite liegt, lädt Divi 5 zusätzlich das komplette Divi-4-Framework nach, was Performance kostet. Du solltest diese Module deshalb mittelfristig durch native Divi-5-Module ersetzen.
Kann ich direkt auf der Live-Website migrieren?
Nein, und das ist die wichtigste Regel dieses Artikels. Migriere immer zuerst auf einer Staging-Kopie und teste dort ausführlich. Erst wenn alles sauber läuft, gehst du mit frischem Backup live. Eine direkte Migration auf der produktiven Seite riskiert Ausfälle, die deine Besucher und dein Ranking treffen.
Was sind die größten Risiken bei der Migration?
Die drei Hauptrisiken sind Drittanbieter-Module, die noch nicht Divi-5-kompatibel sind, Custom CSS mit Selektoren, die unter Divi 5 nicht mehr greifen, und Child-Themes, die sich nach dem Umbau anders verhalten. Wenn du diese drei Bereiche vor der Migration sauber erfasst und nach der Migration gezielt testest, vermeidest du die meisten bösen Überraschungen.
Wie lange dauert eine Migration?
Das hängt stark von Größe und Komplexität der Seite ab. Eine kleine Seite ohne Sonderfälle ist eine Sache von Stunden inklusive Tests; eine gewachsene Seite mit vielen Modulen, Custom CSS und Shop kann sich über mehrere Tage Vorbereitung, Migration und Nacharbeit ziehen. Den größten Zeitfaktor stellt fast immer das gründliche Testen und das spätere Ersetzen der alten Module dar.
Keine Lust auf das Risiko? Wir migrieren deine Divi-4-Seite zum Festpreis statt auf Stundenbasis — mit Backup, Staging und vollständigem Test, bevor irgendetwas live geht. Bei unserer Divi 5 Migration ist der Compatibility-Check vorab kostenlos: eine einfache Seite migrieren wir zum Festpreis von 190 €, komplexe Seiten zum verbindlichen Festpreis nach dem Check; laufende Wartung gibt es ab 89 € im Monat. Du bekommst eine saubere, getestete Migration, ohne selbst zwischen Backup-Plugin und Compatibility-Report jonglieren zu müssen.